Ekram Bsiri, Kommunikation, Probleme ansprechen, Problemansprache, Konfliktgespräch

Erfolgreiche Kommunikation: Schwierigkeiten & Probleme im Betrieb offen ansprechen

Für uns alle gibt es diese Momente, in denen wir auf Probleme oder Schwierigkeiten im Betrieb stoßen. Besonders Schwierigkeiten mit unsere Kollegen oder unsere Mitarbeitern stellen uns vor eine große Herausforderung, denn in den meisten Fällen fällt es uns nicht so einfach, das was uns stört konkret anzusprechen und im schlimmsten Fall sagen wir nichts oder sprechen durch die Blume aus Angst unser Gegenüber zu verletzen oder aus Angst, dass ein großer Streit vom Zaun bricht. Falls es in Deinem Betrieb eine Person gibt, mit dessen Verhalten Du Probleme hast und Du bislang noch kein Gespräch gesucht hast oder Du dir die Frage gestellt hast, wie Du ein Problem ansprechen kannst, ohne dass es eskaliert, dann hilft Dir dieser Beitrag dabei eine neue Strategie zu finden. Eine Strategie mit der es Dir gelingt das was Du als schwierig empfindest offen anzusprechen.

Es ist nicht immer einfach offen anzusprechen was einen selbst stört, bedrückt oder wo Du eventuell Schwierigkeiten siehst. Oft gelingt es nicht seine eigene Meinung sachlich zu formulieren oder sein Gegenüber fühlt sich direkt angegriffen und geht in eine Abwehrhaltung. Hier ist Ärger oft vorprogrammiert. Es liegt in der Natur der Menschen, Kritik nicht unbedingt wohlwollend zu begegnen, sondern erstmal auf Abwehr zu schalten. Ganz besonders dann, wenn die Kritik in sogenannten „Du-Botschaften“ (z.B. Du bist… , Du hast…. etc.) formuliert ist. So eine Problemansprache geht dann meistens ganz schön in die Hose.  Das Ansprechen geht unserem Gegenüber ziemlich nahe und es hilft Kritik auf einer etwas sachlicheren Ebene anzusprechen.

Besonders wenn es darum geht, dass ein konkretes Verhalten eines anderen Menschen Dich stört oder Du es für unangebracht hältst, kannst Du dich mit dieser Anleitung für ein Gespräch und die Ansprache des Problems sehr gut vorbereiten. Und das ideale ist, Du lenkst das Gespräch ganz professionell in eine konstruktive Richtung.

3 Schritte der Problemansprache im Betrieb:

  1. Schritt: Ansprache ohne eigene Bewertung

    • Beschreibe Deine eigene Wahrnehmung! Wichtig ist, dass Du dies ohne Bewertung des Verhaltens des Anderen tust, versuche also möglichst objektiv zu bleiben und spreche in „Ich-Botschaften“.
      • Beispiele:
        • Ich nehme war…… ; Ich habe beobachtet…..; Mir ist aufgefallen….
  1. Bedeutung für Dich beschreiben

    • Welche Folgen hat das Verhalten Deines Gegenübers? Beschreibe die Folgen aus Deiner Sicht und beschreibe zunächst die inhaltlich-sachlichen Folgen.
      • Beispiele:
        • Das kann dazu führen…. ; Ich befürchte…..
    • Welche Folgen das das Verhalten für Dich persönlich? Wie reagierst Du darauf? Hier beschreibst Du jetzt was für konkrete Folgen Du für Dich selbst siehst.
      • Beispiele:
        • Mir geht es damit…. ; Ich fühle mich (enttäuscht, unzufrieden, verärgert…)
  1. Formuliere Deinen Wunsch

    • Als letzten und sehr wichtigen Punkt formulierst Du deinen konkreten Veränderungswunsch bzw. Dein Anliegen.
      • Beispiele:
        • Ich würd mir wünschen, dass….; Ich wünsche mir dass…. ; Ich erwarte, dass Sie…..

(verändert nach Gührs / Nowak 2002)

 

Wenn Du dich also auf das Ansprechen von Problemen vorbereitest, hilft es Dir diese 3 Schritte für Dich schriftlich festzuhalten und diese Vorgehensweise für die Praxis ein wenig zu üben.  Du wirst erstaunt sein, wie wirksam das ist und wie erfolgreich Du auch schwierige Themen professionell ansprechen kannst ohne, dass sich Dein Gegenüber angegriffen fühlt. Und ohne, dass ein Gespräch direkt in eine destruktive Richtung läuft. Wichtig ist natürlich, dass Du diese „nicht bewertende“ Haltung das gesamte Gespräch über beibehältst, ich weiß das wird nicht einfach, da hilft Dir ein bisschen Übung.

Bedenke natürlich, dass Du Dir im Vorhinein Gedanken dazu machst, was konkret Dein Anliegen ist. Denn wenn Du nicht weißt was Du dir für eine Veränderung wünschst, wird es schwierig, und Du hast keine Richtung in die das Gespräch geführt wird.

Falls es trotzdem der Fall ist, dass Du nicht konkret benennen kannst was Du dir wünschst, wäre es möglich, dass Du Deinen Wunsch allgemeiner formulierst. Beispielsweise könnte ein Wunsch auch so aussehen: „Ich würde mir wünschen, dass wir gemeinsam eine Lösung finden mit der wir beide zufrieden sind. „

Das zeigt zwar noch keine konkrete Vorstellung, wie Du eine Veränderung siehst, jedoch gibst Du klar den Wunsch raus, dass eine Veränderung für Dich wichtig ist und Du hier zusätzlich flexibel bist eine gemeinsame Lösung zu finden.

Ich bin gespannt darauf, wie Du diese Anleitung in Deinem Umfeld (Betrieb oder Privat) umsetzt und welche Veränderungen Du merken wirst. Schreib mir Dein Feedback und Deine Eerfahrung mit dieser Übung gerne als Kommentar. Ich freu mich.

Deine Ekram

 

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