Online-Kongresse werden derzeit wie kein anderes Format im deutschsprachigen Raum massivst gehyped.

Als kleine Hilfestellung für Dich hier die Übersetzung des Wortes “gehyped”: aufbauschen, künstlich stimulieren, hochloben, Propaganda für etwas machen, marktschreierisch anpreisen …

Wenn es bislang an Dir vorbeigegangen ist, dass Online-Kongresse als das Allheilmittel, Gelddruckmaschine und DIE Lösung für Dein Online-Business angepriesen werden, dann – gottlob – bist DU noch nicht in das Online-Kongress-Universum eingetaucht.

Lass mich eines vorwegschicken: Ein Hype wird immer durch diejenigen ausgelöst, die damit Geld verdienen. Und das sind in diesem Fall in erster Linie diejenigen, die sich als Kongresscoaches am Markt etablieren wollen.

Und ich gebe zu: Ich selbst bin Kongresscoach. Kein großartiges Geständnis, denn ich tue meine Arbeit gerne und mit Leidenschaft. Und so ist es letztlich keine Arbeit für mich, sondern ich kann jeden Tag dem nachgehen, was ich liebe.

Und genau das wünsche ich mir für Dich! 
Und genau das verspreche ich Dir!
Du musst nur … einen Online-Kongress veranstalten und Dein Leben wird sich wie von Zauberhand auf Schlag verändern.

So in etwa der Wortlaut vieler Kongresscoaches. Und so auch meine Worte in meinem Begrüßungsvideo auf meiner Kongress-Seite für den Relaunch von “Dein erster OnlineKongress 2016”.

Doch eines möchte ich an dieser Stelle klarstellen: Ein Online-Kongress bedeutet für Dein Unternehmen sicherlich einen Schub nach vorne. Auch für Dich und Deine Entwicklung ist er in jedem Fall ein Gewinn.

Aber Dein Leben verändern?

Das wird nur durch Dich geschehen können und was Du daraus machst.

Für meinen Podcast, meinen Blog und ein eBook habe ich bereits mehr als 80 Kongressveranstalter interviewt. Den wertvollsten Tipp von Aufwachmediziner Stefan Hiene, dem meistgeladenen Kongress-Sprecher und “Experten für das Leben”, der gerade alle seine Interviews in seinem Stefan Hiene-Kongress  zusammenfasst, habe ich leider nicht umgesetzt.

Ich habe die Vorgespräche nicht aufgezeichnet.

In den Vorgesprächen habe ich mehr über Kongresse, Kongresscoaches und Kongresscoachings gelernt, als ich mir je hätte träumen lassen.

Erschreckend viele Kongressveranstalter würden im Nachhinein sagen: “Ich mache nie wieder einen Kongress!”

Wiederum ein harter Kern von Organisatoren führt mit Freude einen Kongress nach dem anderen durch und fühlt sich damit pudelwohl.

Woran liegt das?

Nach meinen Erkenntnissen hat das mit drei wesentlichen Punkten zu tun:

  1. der Auswahl des Coaches,
  2. der Entscheidung für ein konzeptionelles Vorgehen und
  3. mit dem Kongress als Format selbst

 

Umgekehrt habe ich ebenfalls mit vielen häufig geladenen Experten Kontakt, die mittlerweile die Lust am Sprechen auf Kongressen verloren haben. Und auch das hat drei Gründe:

  1. die Auswahl der Experten
  2. das gewählte Konzept des Veranstalters
  3. den Kongress als Format selbst

Fällt Dir was auf?

Da gibt’s Überschneidungen, die man sich mal näher anschauen sollte, oder?
Da ich mir auf die Fahne geschrieben habe, 100% ehrlich zu sein, krieg ich heute bestimmt auch mein Fett weg. 😉

Und damit klar wird, wo die Fehlerquellen liegen, zeige ich Dir heute 4 Wege auf, die Du gehen kannst, um Dir mit einem Online-Kongress Dein Business so richtig zu versauen.

 

Weg #1 Wähle Deinen Kongresscoach ohne Bedacht und nimm “SuperDuper-Versprechen” für voll

Ja, es gibt sie, die leeren Versprechungen. Es gibt sie bei Online-Kurs Anbietern und auch bei Online-Kongress Coaches.
Wenn Du ein Kongresscoaching nutzen möchtest, um Dich unterstützen zu lassen, dann sei Dir dessen bewusst. Wir leben in der Zeit des Internets. Hier kann vieles nach Außen hin schön dargestellt werden, was Innen brüchig und leer ist.

Nicht, dass Du kein Coaching bekommst, aber vielleicht dass Du nicht das Coaching bekommst, was zu Dir und Deinen Zielsetzungen passt. Mittlerweile kannst Du zum Glück auch im deutschsprachigen Raum wählen. Vor ein paar Monaten ging das noch nicht. Da war das Ganze das Hoheitsgebiet einiger weniger Coaching-Unternehmen.

Ich will Dir drei Beispiele geben:

  1. Lebst Du die Philosophie des Content-Marketings, dann ist ein Coach, der zu seinem Coaching keinen freien Content anbietet schon mal schwer mit Deinen Werten vereinbar.
  2. Brauchst Du vielleicht nur etwas Unterstützung? Dann ist ein Komplettprogramm mit einem Premium-Coaching nicht das Richtige für Dich.
  3. Du Business-Anfänger mit kleinem Budget? Halte nach Angeboten Ausschau, die sich an diese Zielgruppe richten und zwar nicht nur in den Inhalten, sondern auch in der Preisgestaltung.

Wenn Du das für Dich vertiefen willst: 8 wichtige Dinge auf die Du achten solltest, wenn Du ein Kongresscoaching buchen möchtest, habe ich Dir in einem kostenlosen Papier dazu aufgelistet.

Zu den Versprechen: Bitte bedenke, dass es immer große und erfolgreiche Beispiel-Kongresse geben wird. Aber betrachte diese nicht als die Regel. Bei der Vielzahl an Interviews, die ich bislang geführt habe, ist nämlich auch eines klargeworden: Wenn Du dieser Illusion erliegst, dass hohe Teilnehmerzahlen und Umsätze für jedes Thema und jeden Kongress möglich sind und das daran im Schwerpunkt der Erfolg eines Kongresses gemessen werden kann, dann ist der Fall einfach sehr tief.

Durch überteuerte Coachingangebote haben schon so einige Veranstalter noch heute ihre Schulden abzutragen, weil der Kongress diese Versprechen bei Weitem nicht erreichen konnte. Ganz zu schweigen von einer großen (ich nenne es) Dunkelziffer an Kongressveranstaltern, die ihrem Kongresscoach einst eine positive Rezension geschrieben haben, die sie nach dem Kongress lieber zurücknehmen würden – sich dann aber nicht trauen.

Warum? Weil ihnen schon während des Coachings oft genug erzählt wurde, dass wir alle und die Kongresse im Besonderen gleich sind und die gleichen Chancen haben, wenn wir nur gewisse Regeln beachten.

Bullshit! Die Kongressveranstalter und die Kongresse sind so verschieden wie noch was! Und was für Robert Gladitz mit seiner Awesome People Conference möglich war, kann für Dich tatsächlich im Bereich des Unmöglichen liegen.

Die “gebrochenen” Veranstalter sind dann diejenigen, die durch diesen Prozess ggf. nicht mehr Sichtbarkeit im Außen sondern im Innen haben. Plötzlich wird klar, was vorher nur unscharf zu erkennen war: Die eigenen Glaubenssätze, die eigenen Überzeugungen und der Trend, den Einflüsterungen und Bildern des Verstandes zu folgen wird offenbar.

 

Weg #2 Gehe Weg 1 und schwenke nicht um, wenn Du eine Diskrepanz bemerkst …

Es ist immer leicht, die Schuld auf andere zu schieben. “Der Kongress war sch… , weil der Coach schlecht war.”

Wie gerne würden doch einige zu ihrer Entlastung diesen Satz sagen. Und vielleicht ist es auch ein Stück weit wahr.
Doch DU allein bist es ja, der dieses Coaching weiter in Anspruch genommen hat.

Eines ist sicher: Du kannst jeden Tag neue Entscheidungen treffen.

Und wie oft habe ich Anfragen von Teilnehmern aus anderen Kongresscoachings, ob ich sie unterstützen kann. Meist fehlt etwas im Coaching und die Coachees versuchen es  sich logischerweise auf anderem Wege zu holen, weil sie denken, es liegt an ihnen. (Und dieses Gefühl kann einem jeder Coach auch vermitteln, wenn er nur möchte).

Wenn Du (lieber Leser) und auch alle anderen, die es evtl. hier betreffen könnte, zu diesen Coachees gehört, denen etwas in ihrem Kongresscoaching fehlt: In Deinem eigenen und dem Interesse Deines Coaches: Frage diese Themen bei DEINEM Coach an – und schmeiß das Coaching, wenn der Coach darauf nicht eingehen will. Sei so ehrlich zu Dir und Deinem Coach, damit ihr euch beide in eurem Tun entwickeln könnt.

 

Weg #3 Schreibe Dein Konzept nach den Experten

Wo ist Dein Gesicht? Wo ist Deine Einzigartigkeit? Wo ist Dein Expertenstatus?

Wenn nicht Du, wer dann soll wissen, was Du für einen Mehrwert mit Deinem Kongress stiften willst?

Leider kommt es immer wieder vor – und selbst ich werde für solche Kongresse als Expertin angefragt – dass ein Veranstalter es nur auf die Reichweite und die Tragkraft der Experten sowie deren E-Mail-Liste abgesehen hat.
Bemerkst Du die Schieflage?

Ich weiß, ich polarisiere und Du möchtest entgegnen: “Aber ich Experte xy ist doch so gut und wichtig, weil  …”

Umso besser, wenn Du jetzt ein stichhaltiges Element außer der digitalen Kraft des Experten hast. Und noch besser ist es, wenn Deinem Argument ein konzeptioneller Gedanke zu Grunde liegt. Womit wir auch gleich schon bei Weg 4 wären …

Doch halt! Eines noch: Wenn Du wie ich auch willst, dass Deine Teilnehmer aus der Konsumhaltung herauskommen, dann biete ihnen die Gelegenheit dazu und baue eigene Anteile (Aufgaben, Challenges, Workshops oder ähnliches) mit in den Kongress ein.

Und suche Dir Experten, mit denen Du diesesw Konzept gemeinsam umsetzen kannst. Möglicherweise wird es schwieriger, Experten zu finden. Und vielleicht musst Du dafür auch Dein Modell des Gratis-Kongresse mit dem Ziel der Leadgenerierung kippen.

Aber: Go for it!

Sei flexibel und überlege Dir neue Varianten (wie zum Beispiel ein kostenpflichtiges ACTION-Ticket mit mehr Interaktions- und Vernetzungsmöglichkeiten für Deine Teilnehmer.

Tu dem deutschen “Kongressmarkt” diesen Gefallen… und unterstütze den Trend nicht, mit Online-Kongressen das Fernsehen abzulösen.

Und auch wenn Du diesen Satz von anderen Kongresscoaches und selbst von mir mal gehört haben magst (ich nehme ihn hiermit zurück!), dass dies vermutlich die Zukunft ist: Denke nach, ob es das ist, ob das für die Menschen, die Du unterstützen möchtest, wirklich der richtige Weg ist.
Ich will doch schwer hoffen, dass es uns in Deutschland gelingt Kongresse zu einem interaktiven Format mit mehr Vernetzung und weniger passivem Konsum zu machen.

Ein guter Online-Kongress bringt die Teilnehmer aus dem passiven Konsum in das aktive Tun und Vernetzen. 

Das ist es, wovon ich heute mehr und mehr überzeugt bin.

 

Weg #4 Bereite Dich nicht auf das Interview mit Deinen Experten vor

Nichts ist schlimmer, wenn eine Reihe von Experten zu ein und demselben Fragenkatalog antworten “darf”.

Mal ehrlich: Wo ist denn da der Nutzen für den Experten und wo kann er seine Individualität herausstreichen?

Klar, es kann eine Bandbreite an Experten zu Wort kommen, Du hast wenig Vorbereitung und die Unterschiedlichkeit kann durch die Verschiedenartigkeit der Expertenantworten deutlich werden.

Doch wiederkehrende Muster ermüden den Zuschauer nicht nur, sie geben den Experten tatsächlich nicht den Spielraum ihre ganzen individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen zu zeigen. Mit Deiner Interviewvorbereitung zeigst Du Deinen Experten Deine Wertschätzung und dass Du Dich mit dem beschäftigt hast, was sie anbieten.

Klar wird es immer ”omnipotente” Fragen geben, die sich immer eignen, Deinem Kongressexperten wichtige Infos zu entlocken.

Grundsätzlich aber gilt sicherlich: Je besser Du die Interviews führst, desto besser Dein Produkt mit dem Namen “Kongress.

Es gibt einfach Menschen, die können gute Fragen stellen und müssen dafür nichts tun. Wenn Deine Mitmenschen Dir bestätigen können, dass Du zu diesen Menschen gehörst, dann brauchst Du Dir keine Gedanken machen.

Wenn nicht, dann lass Dir aber auch gesagt sein: Eine gute Interviewführung kann gelernt werden. Es gehören ein paar wichtige Grundlagen wie auch Übung dazu. Deswegen trainiere vor Deinem Kongress unbedingt z.B. im Rahmen Deines Blogs oder Podcasts und produziere Interviews hierfür.

Mit einem eintönigen Fragestil und vorgefertigten Fragemuster stellst Du Dich selbst und Dein tiefes Expertenwissen zu dem Thema ebenfalls in ein schlechtes Licht. Das Ganze bleibt an der Oberfläche und der Teilnehmer hat das Gefühl: Das Produkt ist nicht ausgereift bzw. der Interviewende hat selbst kein tiefes Verständnis von der Sache.

Wie willst Du dann als Experte wahrgenommen werden und mit dem Kongress ein Business aufbauen?

Lädt mich jemand als Experte zu seinem Online-Kongress ein – und solche Einladungen hatte ich schon – wo ich in Bezug auf das Thema überhaupt nicht erkennen kann, was ich für einen Mehrwert bieten kann, dann frage ich schon mal nach möglichen Fragen oder Themenschwerpunkten, die herausgearbeitet werden sollen bzw. die mich in etwa erwarten ”würden”, wenn ich zusagen “würde”.

Wenn ich merke, der Veranstalter hat sich nicht mit mir und meiner Expertise befasst, dann sage ich höflich ab und verweise ggf. noch auf Experten, die mir passender erscheinen.

 

Und nun?

Hast Du in einigen der Wege einen Online-Kongress wiedererkannt?
Sicher, denn dieser Artikel ist wie gesagt inspiriert von den Erfahrungen und den Gesprächen, die ich geführt habe und aus meinen Reflexionen meiner eigebeb Arbeit.

Ich schwimme beständig und stetig gegen den starken Strom des Hypes und hoffe, dass ich bald noch mehr Mitstreiter auf diesem Weg haben werde, die die Kraft dieses Stromes großer, unpersönlicher Marketingkongresse etwas bremsen können.

Denn meine Vision ist es, Online-Kongresse vom Marketingformat (welches sie auch immer bleiben werden) in ein nachhaltiges und wirksames Instrument für Dein Business zu wandeln. Ich strebe eine innere Reformation dieser Online-Kongress Revolution im deutschsprachigen Raum an.

 

Was denkst Du?

Schreib in die Kommentare: Von welchen Dingen in Online-Kongressen wünschst Du Dir mehr? Wovon weniger?

Ich freue mich auf einen inspirierenden Austausch!

 

PS: Beinahe hätte ich es vergessen… Bist Du schon beim kleinen (aber feinen) Online-Kongress über Online-Kongresse dabei? Am 18. Juni startet mein Relaunch unter dem Titel “Mehr Sichtbarkeit im Business”. Hier kannst Du Dir noch Dein Gratis-Ticket holen: https://dein-erster-onlinekongress.de